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Traditionelles Neujahrsschießen beim SV Lohr
Christine Rüb und Ralf Neubauer belegen 2025 die ersten Plätze
Am ersten Januar, mitten in den Raunächten, findet jedes Jahr das Neujahrsschießen der Lohrer Schützenfamilie statt. Die Raunächte – Zeit der Dämonen und Geister – erstrecken sich von Weihnachten bis Dreikönig. Laut Überlieferung aus dem 16. Jahrhundert droht Unheil, wenn in dieser Zeit gewaschen wird, Unordnung herrscht oder wenn Haare und Nägel geschnitten werden. Saubere, weiße Laken könnten zu eigenen Leichentüchern werden. Haare und Nägel schneiden könnte zu Kopfschmerzen und Gicht führen. Mit ein Grund für das Böllern am Neujahrstag ist das Vertreiben der Dämonen und Geister der Raunächte. So auch in diesem Jahr. Die Böllerschützen des SV Lohr ließen es ordentlich krachen und vertrieben damit die Dämonen vom Sportgelände. Die Zuschauer spendeten den Akteuren ausgiebigen Applaus für ihre Darbietung.
Die Teilnehmenden am 52. Neujahrsschießen kamen aus allen Teilen der Bevölkerung. Es waren Gäste dabei, Schießsportinteressierte und Vereinsmitglieder. Die Frauenbeteiligung war mit 20% eher schwach, verglichen mit vergangenen Jahren. Hier ist also noch Luft nach oben für die kommenden Neujahrsschießen.
Mitmachen dürfen übrigens alle Erwachsenen, die das 18. Lebensjahr vollendet und Spaß am Schießsport haben. Allen Teilnehmenden ist bei der Siegerehrung ein Sachpreis garantiert. Aus 3 Lang- und 5 Kurzwaffen gab jede(r) nur einen Schuss auf eine 25 Meter entfernte Zielscheibe ab. Die Anzahl der erzielten Ringe (max. 80) entschied dann über die Platzierungen. Frauen und Männer schossen alle freistehend mit denselben Vereinswaffen. Die Trefferauswertung erfolgte dann aber getrennt, weil traditionell zwei Wanderpokale vergeben werden.
In seiner Ansprache zu Siegerehrung begrüßte 1.SM Jürgen Stegerwald nochmals alle Gäste, ESM Siegfried Schmitt und die Ehrenmitglieder. Er freute sich, dass das Neujahrsschießen bei der Bevölkerung so gut ankommt, denn mit 7 Durchgängen war die Kapazitätsgrenze der Veranstaltung erreicht. Er äußerte sich auch dahin gehend, dass 2025 ein etwas ruhigeres Schützenjahr sein wird, nach dem 70-jährigen Vereinsjubiläum und den Tagen der offenen Tür in 2024. Stegerwald fuhr dann mit der Siegerehrung fort. Die höchste Ringzahl bei den Frauen (53) und somit Platz 1 errang Christine Rüb, gefolgt von Andrea Ruf und Katrin Geis auf den Plätzen zwei und drei. Den Wanderpokal bei den Männern gewann Ralf Neubauer (71 Ringe) vor Herbert Lutz auf Platz 2 und Klaus Kunkel auf Platz 3. 1.SM Jürgen Stegerwald überreichte den Erstplatzierten die Pokale, Geldpreise und Urkunden und verlas dann die weitere Reihenfolge der Ergebnistabelle. Abschließend galt sein Dank allen Teilnehmenden, ebenso den Helfern und Sponsoren. Stegerwald schloss die Veranstaltung mit guten Wünschen für das Jahr 2025 und dem Ausblick auf das 53. Neujahrsschießen am 1. Januar 2026.
Herbert Lutz
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